MarrakeschTitel1Vorschau1

Marrakesch - Tor des Südens

mit Musée Yves Saint Laurent und André-Heller-Garten

 

16. - 19. Mai 2019

7 - 12 Teilnehmer

Ihr Mentor: Dr. Hans-Joachim Petersen

 

Kamele am Weg zu den Menara-Gärten, Marrakesch - panoramioMarrakesch, die alte Königsstadt vor der Kulisse des schneebedeckten Atlasgebirges, kann mit zwei neuen Sensationen aufwarten:
Im Oktober 2017 eröffnete in einem suggestive, traditionelle Materialien und moderne Architektur verbindenden Bau des Architektenteams KO das lange erwartete Musée Yves Saint Laurent. Im Jahr zuvor hatte bereits André Heller seinen Lebenstraum mit dem Künstlergarten ANIMA verwirklicht, einem ästhetisch wie sozial höchst ambitionierten Projekt. An diese beiden Orte begleitet Sie Dr. Hans-Joachim Petersen, der Sie mit seiner großen Erfahrung auch durch das Gewimmel der Gassen zu pittoresken Palästen, Plätzen, Gotteshäusern und Gärten führen wird.

MarrakeschStraßenszeneSie wohnen in einem 5-Sterne-Hotel direkt vor den imposanten Stadtmauern, erkunden das Labyrinth der Souks, aber auch das Jüdische Mellah-Viertel, die Kasbah und die modernen Viertel Guéliz und Hivernage mit ihren Geschäften, Bars und Clubs. Neben den Hauptsehenswürdigkeiten besuchen Sie mit Ihrem Mentor auch versteckt gelegene historische Gebäude und den von Yves Saint Laurent und Pierre Bergé erworbenen Jardin Majorelle (direkt neben dem neu eröffneten Modemuseum).

Tagsüber bleibt neben den Besichtigungen auch Zeit für einen Einkaufsbummel, einen Aufenthalt am Pool und einen "whiskey berbère" (Minztee) auf einem Dachterrassencafé. Abends speisen Sie in stilvollem Ambiente in einem traditionellen Riad und in einem Café-Restaurant aus der Kolonialzeit, aber auch auf der faszinierenden Place Djemâa el Fna marokkanische und französische Köstlichkeiten.

 

 

Reiseprogramm

 

Donnerstag, 16. Mai

MarrakeschWaelleAtlas1Vor den Mauern der Medina erwarten Sie Ihre Zimmer im ***** Es Saadi Marrakech Resort - Hotel. Das moderne Haus verfügt über einen Außenpool, Wellnessbereich und zwei Restaurants. Die Zimmer blicken auf das Wahrzeichen Marrakeschs, die Koutoubia-Moschee, oder auf das Atlasgebirge.

Nachmittags begrüßt Sie Dr. Petersen in Ihrem Hotel und geleitet Sie während eines ersten Rundgangs zunächst zur faszinierenden Place Djemâa el Fna. Auf der einstigen Richtstätte ("Versammlung der Gehenkten") geben sich heute Feuerschlucker, Wasserverkäufer, Schlangenbeschwörer, Henna-Malerinnen, Musikanten, Akrobaten, Wunderheiler, Märchenerzähler und Wahrsager ein Stelldichein und warten nur darauf, Besuchern ihre Dienste anzubieten oder gegen ein Trinkgeld fotografiert zu werden.

Wasserverkäufer MarrakeschZusammen mit Ihrem Mentor besuchen Sie die in der Nachbarschaft beginnenden Souks, den größten zusammenhängenden Basar in ganz Marokko. Dieses Areal war nie als reiner Markt für Einheimische und Händler des näheren Umlands gedacht, sondern diente als Treffpunkt von Zentralafrikanern und Spaniern, wo Edelmetalle, Elfenbein, Leder, aber auch Sklaven verkauft wurden.

Heute erhält man bei Tausenden von Anbietern alle nur erdenklichen nützlichen und unbrauchbaren, geschmackvollen und kitschigen Artikel des täglichen Bedarfs und Souvenirs, darunter Kapuzengewänder (Djellabahs), Strohhüte, in der nördlichen Medina gegerbtes Leder, bemaltes Glas, irdene Gefäße, Messingteller, Schmiedearbeiten, aber auch Lebensmittel und Aromen wie geräucherte Paprika, eingelegtes Obst, frische Minze, Rosenwasser und spezielle Gewürzmischungen (Ras el hanout), deren Düfte viele der Gassen, Durchlässe und Höfe erfüllen.

Die Souks von Marrakesch sind nach Warenangebot unterteilt. - panoramioElias Canetti, der Marrakesch 1954 besuchte, sann hier über das Nebeneinander von handwerklicher Fertigung und orientalischem Verkaufsritual nach, beide gleichermaßen lautstark und langwierig: In einer Gesellschaft, die so viel Verborgenes hat, die das Innere ihrer Häuser, Gestalt und Gesicht ihrer Frauen und selbst ihre Gotteshäuser vor Fremden eifersüchtig verbirgt, ist diese gesteigerte Offenheit dessen, was erzeugt und verkauft wird, doppelt anziehend. ("Die Stimmen von Marrakesch", Hanser 1968)

Über den Rahba Kedima, einen im Herzen dieses umtriebigen Labyrinths gelegenen Platz, gelangen wir - vorbei an Teppich- und Textilhändlern sowie den Holzschnitzern - zum Souk der Wollfärber, wo wir einen historischen Färberhof und die beeindruckende Fontaine Mouassine (vor der gleichnamigen Moschee) besichtigen. Bevor uns der Weg durch die Rue Mouassine südwarts führt, nehmen wir einen Aperitif auf der Dachterrasse des stilvollen Café Arabe.

Nach einer kurzen Pause im Hotel brechen wir mit Taxis zum Diner auf. Das renommierte Dar Zellij befindet sich in einem behutsam restaurierten traditionellen Riad (Stadtpalast) aus dem 17. Jahrhundert. Hier wird zu dezenter Livemusik köstliche marokkanische Küche serviert. Deren Klassiker sind die gehaltvolle Fastensuppe Harira, Couscous aux sept legumes, Tahjia (bis zu vier Stunden lang zusammen mit eingelegtem Obst und Gewürzen gegartes Lammfleisch), Gemüsepasteten und vielfältige Süßspeisen.

 

Freitag, 17. Mai

marrakeschDie 1117 erbaute Koubba El-Badiyin in der nördlichen Medina gilt als ältestes Monument der Stadt. Damit verbindet sich mit diesem Kuppelbau der Gründungsmythos von Marrakesch, das um 1060 aus einem Heerlager der Almoraviden an dieser strategisch günstigen Stelle entstanden war.

Die Medersa Ben Youssef, die vor 50 Jahren aufgelassene, ehemals größte Koranschule Nordafrikas, fasziniert durch den Gegensatz zwischen den spartanischen Wohnzellen für die ehemals fast 900 Schüler und dem verschwenderisch mit Marmor, ornamentalen Majolikakacheln und Holzschnitzereien geschmückten großen Innenhof. Im Anschluss werfen wir einen Blick in ein benachbartes historisches Karawanserail (Funduq), ehemals Herberge und Lagerhaus für reisende Kaufleute und ihr Gefolge. 


Nach einer Kaffeepause im Hof des Palais Dar M'Nebhi widmen wir uns den dort gezeigten Exponaten des Musée de Marrakech, besonders aber der authentisch erhaltenen Ausstattung mit Mosaiken und Stuck aus dem 19. Jahrhundert.

Eine lange Mittagspause bietet die Gelegenheit für Lunch, eine Ruhepause am Hotelpool oder einen individuellen Bummel durch die Souks.

Jardin Majorelle in Marrakesch 06Nachmittags fahren wir – vorbei an den ausgedehnten Gärten und zahlreichen kleinen Ortschaften – in das Ouriki-Tal am Fuß des mythischen Atlasgebirges. Dort hat 2016 André Heller mit ANIMA – Le Retour du Paradis seinen Lebenstraum verwirklicht. Auf drei Hektar Brachland schuf er innerhalb von nur fünf Jahren einen alle Sinne berauschenden afrikanischen Garten mit alten Palmen und Kakteen, Bambushainen, üppiger Blütenpracht, Wasserspielen, Pavillons und Skulpturen. Nicht nur als Umsetzung einer künstlerischen Vision, sondern auch als soziales und ökologisches Projekt geplant, gibt der Hellersche Garten etwa 1000 Menschen Arbeit bei einem Wasserverbrauch, der die Mengen traditioneller landwirtschaftlicher Nutzung nicht überschreitet.

MarrakeschNachtmarkt1Zum Abendessen begeben wir uns heute auf die Place Djemâa el Fna. Bereits vor Einbruch der Dunkelheit verwandelt sich der größte Platz innerhalb der Stadtmauern zu einem Nachtmarkt und gigantischen Freiluftrestaurant. Von zahlreichen Köchen werden Einheimischen, marokkanischen und ausländischen Besuchern im Schein von Gaslampen traditionelle Speisen offeriert, darunter Lamm vom Spieß und Fisch vom Grill. Besonders beliebt sind die Schmorgerichte auf der Basis von Hähnchen- oder Rindfleisch, die nach dem Tongefäß mit konischem Deckel, in dem sie zusammen mit Obst, Gemüse, Nüssen und Oliven über Holzkohle garen, Tajine genannt werden. Als Getränke empfehlen sich Tee, frisch gepresster Orangensaft oder Wasser - Alkohol darf nicht ausgeschenkt werden, da hier mehrere Moscheen in Sichtweite sind.

Von einem der Dachterrassenrestaurants beobachten wir das nächtliche Treiben.

 

Samstag, 18. Mai

MarrakeschStoerche1Heute stehen zunächst die legendären Saadier-Gräber (Tombeaux Saâdiens) auf dem Programm. Sultan Mulai Ismail, der ab 1672 regierte, wollte das Andenken an die vor der Herrschaft der Alawiden regierenden Saadier auslöschen. So befahl er auch die Versiegelung dieser legendären Nekropole, die erst 1917 offiziell wiederentdeckt wurde. Sehr suggestiv wirkt besonders das Arrangement der Sarkophage von Ahmed El Mansour ("dem Goldenen") und seinen Familienangehörigen in der prachtvollen "Halle der zwölf Säulen".

Der benachbarte, unter Ahmed El Mansour errichteten El Badii-Palast, den ein schlimmeres Schicksal als die Saadier-Gräber ereilte. Die monumentale, verschwenderisch mit Marmor, vergoldetem Stuck, Zellij-Kacheln und Zedernholz geschmückte Anlage mit Höfen, Gärten und Wasserbassins (1578-1608) wurde unter Moulai Ismail geplündert und als Steinbruch genutzt. 
Wir durchqueren die von den als heilige Tiere verehrten Störchen bevölkerten Ruinen, bevor wir abschließend ein Kleinod mittelalterlicher Schnitzkunst bewundern. Der Minbar, eine ehemals in der Koutoubia-Moschee installierte Kanzel, entstand 1139 in Cordoba. Dies schärft den Blick für den Kunstransfer in der islamischen Welt und insbesondere für die Beziehungen zum maurischen Spanien. Eine Beeinflussung in der Gegenrichtung verdankt sich übrigens dem Erscheinungsbild des Turms der nahen Koutoubia-Moschee. Dieses 1196 vollendete Minarett stand nicht nur Pate für den Hassan-Turm in Rabat, sondern auch für die Giralda in Sevilla. Das benachbarte Bab Agnaou zählt zu den schönsten historischen Toren der Stadt.

MarrakeschKoutoubia2Anstelle einer ausgedehneten Mittagspause können Sie fakultativ mit Ihrem Mentor den Bahia-Palast besuchen. Der in der südlichen Medina im ausgehenden 19. Jahrhundert errichtete Monumentalbau wurde nach der Lieblingsfrau des mächtigen Großwesirs Ba Ahmed Ben Moussa benannt. Die hier allzu verschwenderisch zur Schau gestellte Pracht mag europäische Besucher irritieren. Ursprünglich müssen die Räume jedoch - voll möbliert und zudem mit Teppichen behangen - noch opulenter gewirkt haben. Der kaum überschaubare Komplex mit mehreren Höfen und Gärten wird seit einigen Jahren nach und nach restauriert.

MarrakeschMamounia1Am späteren Nachmittag bleibt Zeit für einen individuellen Gang durch die Souks oder einen Tee im Garten des legendären Hotels La Mamounia.  Wer möchte, fährt mit Dr. Petersen hinaus in den Jardin Ménara, wo Sie vom königlichen Pavillon aus das große Wasserbecken und die Gartenanlagen überschauen und - bei guter Sicht - den Sonnenuntergang mit Blick auf das Atlasgebirge genießen.

Wir beschließen den Tag in einem Lieblingslokal von Yves Saint Laurent und Pierre Bergé, dem französischen Kolonialrestaurant Le Grand Café de la Poste.

 

Sonntag, 19. Mai

Nach dem Frühstück fahren wir entlang der mächtigen rosaroten Wehrmauern zum nordwestlich der Altstadt gelegenen Jardin Majorelle.

MarrakeschMajorelle2Der französische Künstler Jacques Majorelle öffnete 1947 die Tore seines außerordentlichen Gartens, der 1980 in den Besitz von Yves Saint Laurent und Pierre Bergé überging. Hier finden sich Pflanzen aus aller Welt, darunter Bougainvilla, Seerosen, Bambus und vor allem Kakteen aller Gestalt und Größe, dazwischen auffällig blaue Brunnen und Architekturen (deshalb auch "Majorelle bleu"). Schildkröten und zahlreiche Vogelarten nutzen das Terrain als Refugium. Wir wandern durch dieses kleine Paradies und besuchen kurz das im ehemaligen Atelierhaus Majorelles eingerichtete Musée d'Art Islamique.

MarrakeschYSLEinen abschließenden Höhepunkt der Reise bildet das benachbarte Musée Yves Saint Laurent. Für Saint Laurent, der mit seinem Lebenspartner Pierre Bergé 1966 erstmals nach Marokko reiste, kam dies einer Offenbarung gleich: "Die Stadt öffnete mir die Augen für Ihren unermesslichen Farbenreichtum." Jedes Jahr reisten die beiden am 1. Juni und 1. Dezember nach Marrakesch, wo sie sich mit dem Jardin Majorelle verewigten.
Nun hat Pierre Bergé seinem Lebenspartner mit dem Museum ein weiteres Denkmal gesetzt. Für die Sammlung, die zahlreiche Originalroben, ungezählte Accessoires und Arbeitsskizzen, eine Bibliothek und ein Auditorium beherbergt, hatte Bergé einen Teil von Saint Laurents Kunstnachlass verkauft. Er selbst hat die Eröffnung seines Vermächtnisses Mitte Oktober nicht mehr erlebt. Bergé verstarb am 8. September dieses Jahres in seinem Haus in der Provence.

Wer noch Zeit und Lust hat lässt die Reise mit uns bei einem leichten Lunch im Café Le Studio (benannt nach YSLs Pariser Atelier) ausklingen.

 

 

Reisepreis € 1.380,-

Einzelzimmerzuschlag auf Anfrage

 

Leistungen

  • Reise in kleinem Kreis mit 7 - 12 Teilnehmern
  • Reisebegleitung Dr. Hans-Joachim Petersen
  • 3 Übernachtungen mit Frühstück im ***** Es Saadi Marrakech Resort - Hotel
  • Aperitif auf der Dachterrasse des Café Arabe
  • Diner im Dar Zellij (Riad aus dem 17. Jh.) mit Wein, Wasser, Kaffee
  • Abendessen im Grand Café de la Poste, mit Wein, Wasser, Kaffee
  • Alle gemeinsamen Taxifahrten
  • Alle gemeinsamen Eintritte: Musée Yves Saint Laurent, ANIMA (Garten André Heller), Jardin Majorelle, Musée de Marakech, Koubba El-Badiyin, Medersa Ben Youssef, Bahia-Palast, Saadier-Gräber, El Badii-Palast
  • Sicherungsschein (R+V Versicherung); neben dieser Absicherung Ihrer An- und Restzahlung gegen Insolvenz empfehlen wir den Abschluss einer Reiserücktrittsversicherung, wobei wir Ihnen auf Wunsch behilflich sind

 

MarrakeschEsel1Anreise: Von einigen deutschen Flughäfen aus bestehen sehr gute und günstige Direktverbindungen (ca. 3 Stunden 45 Minuten) nach Marrakesch, während gleichzeitig bis zu 16 Stunden dauernde Flüge mit Zwischenstopp angeboten werden. Wir sind Ihnen gerne dabei behilflich, die für Sie bestmögliche Verbindung zu suchen und zu buchen.

Für die Einreise nach Marokko benötigen Sie als deutscher Staatsbürger einen mindesten noch sechs Monate gültigen Reisepass / vorläufigen Reisepass. Bei Fragen zu Pass- und Gesundheitsbestimmungen können Sie uns jederzeit gerne kontaktieren.

 

Gerne senden wir Ihnen einen Prospekt per Post zu.

 

zur Buchung

 

Dr. Hans-Joachim Petersen

Petersen1aStudium der Kunstgeschichte, Philosophie und Geschichte in München, Paris und Venedig.
Mitarbeiter bei ArtNet in New York und Kulturredakteur beim ZDF in Mainz. Langjähriger Medienbeauftragter der Landeshauptstadt Stuttgart. Ausgedehnte Reisen und längere Aufenthalte außerhalb Europas zuletzt in Südostasien und in den USA.
Forschungen und Veröffentlichungen zur Kunst des 20. Jahrhunderts, u.a. zu Emilio Vedova und Wols. Koordinator des Projekts "Art and Press - Kunst. Wahrheit. Wirklichkeit" im Martin-Gropius-Bau, Berlin (2012); Kurator der Retrospektive "Wols. Das große Mysterium", Museum Wiesbaden (2013/14); Kuratorentätigkeit in Venedig (2015); Lehrauftrag an der Düsseldorfer Akademie.
Dr. Petersen lebt und arbeitet als Kurator, Autor und Dozent in Berlin, Düsseldorf und Venedig.

 

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok